Autogenes Training

Ist eine Entspannungsmethode, die von Professor J. H. Schulz vor etwa 100 Jahren begründet wurde. Sie beruht auf der damals in der Medizin sehr populären Hypnose und spricht, aufeinander aufbauend, verschiedene Aspekte des physiologischen Ablaufes von Entspannung und Erholung an. Diese werden in Form von Autosuggestion und gelenkter Körperwahrnehmung geübt, so dass der natürliche Entspannungsprozess wieder in Gang kommt. Ursprünglich wurden die Übungen im Sinne eines erworbenen Reflexes eingeübt, so dass die Entspannung "wie auf Knopfdruck" kam. Diese Art der Vermittlung scheint heute kaum noch möglich zu sein. Stattdessen werden die Übungen heute mehr als eine "Einladung" und Hinführung in die Entspannung erlebt. Die häufig in den Hintergrund getretene oder verlorengegangene Selbst- und Körperwahrnehmung wird gefördert.

Im Kurs wird in jeder Woche eine Teilübung vorgestellt, ausprobiert und besprochen. Das eigentliche Üben geschieht dann während der Woche zu Hause oder unterwegs. Die Übungen führen zu immer tieferer und umfassenderer Entspannung und werden aneinandergehängt, so dass schließlich eine Übungsfolge entsteht. Schwierigkeiten, die während der Übungen auftreten, werden besprochen und Lösungen angeboten. In meinen Kursen vermittle ich auch ein Grundverständnis der psychosomatischen und psychischen Zusammenhänge und Hintergründe.

In der Regel gelingt bei regelmäßigem Kursbesuch und regelmäßigem Üben zu Hause ein guter Abbau oder sogar eine Bewältigung von typischen Problemen, mit denen KursteilnehmerInnen in den Kurs kommen, wie Schlafstörungen, allgemeine Gefühle der Belastung und Überforderung, unspezifische Verdauungsprobleme, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Migräne, Herzrhythmusstörungen, Unruhezustände und vieles mehr.

Die Übungen im einzelnen:

Die Einstimmung leitet die Entspannung ein und richtet auf den eigenen Körper aus.

Die Schwereübung will die Entspannung der Skelettmuskulatur erreichen.

Die Wärmeübung entlastet den Kreislauf.

Die Atembeobachtung lädt zum inneren Loslassen und Geschehenlassen ein.

Die Bauchübung (traditionell die Sonnengeflechtsübung) spricht die Verdauungsorgane und das Bauchhirn an (siehe dazu auch die Weblinks im Wikipedia-Artikel zum Enterischen Nervensystem).

Die Herzübung regt die Selbstregulation des Herzens an.

Die Entspannung des Schulter-Nacken-Bereichs ist im Autogenen Training gegenüber der traditionellen Form neu hinzugekommen und geht auf die heute sehr verbreiteten Belastungen dieser Region ein.

Die Gesichtsfeldentspannung (traditionell die Stirnkühle) hilft, auch "soziale" Spannungen (Mimik) und bestimmte, auf die anderen hin gerichteten inneren Haltungen aufzugeben, sowie untergründige Aggressionen und Konflikte (Kiefermuskulatur) loszulassen.

Die Rücknahme wird von Anfang an geübt. Sie hilft, den Zustand der Entspannung auch wieder zu verlassen, die Grundspannung der Muskulatur wieder herzustellen und den Kreislauf wieder auf Schwung zu bringen, um so wieder "alltagstauglich" zu werden.

Nicht für jeden ist Autogenes Training die richtige Übungsform. Eine gewisse Grundfähigkeit zur selbständigen Konzentration sollte noch vorhanden sein, die Bereitschaft zum eigenständigen Üben während der Woche, und die Belastungen sollten nicht zu stark sein, so kann die innere Unruhe durch traumatische Aktivierung zum Beispiel schwer durch Selbstentspannung außer Kraft gesetzt werden. Auch kann durch die Bewusstwerdung des eigenen Körpers auch die Psyche mit ihren Belastungen in einer Weise spürbar werden, die einer weiteren Auseinandersetzung und Bearbeitung bedarf. In diesen Fällen empfiehlt sich zum Kursbesuch auch eine psychotherapeutische Begleitung. Wenn das Autogene Training zunächst nicht möglich sein sollte, kann die Progressive Muskelentspannung zunächst einen leichteren Zugang bieten.

Zur Zeit biete ich dreimal jährlich dienstags abends Kurse bei der Volkshochschule Gelsenkirchen an: 
Volkshochschule Gelsenkirchen, Kurse und Online-Anmeldung

Weitere Stichpunkte zum Autogenen Training

Über die Organübungen

Über die Entspannung des Gesichts

 

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